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Theater – wozu? In: Peter Seger „Wir gehen ins Theater“ (Verlag Neues Leben, 1971) S.15/17

Das Theater ist also ohne das Publikum nicht denkbar. Aber lässt sich diese Feststellung auch umkehren? Könnten Menschen ohne die Theaterkunst auskommen? Ein einzelner vielleicht. Es wäre – theoretisch – möglich, dass ein Mensch niemals eine Theatervorstellung erlebt, kein Buch liest, keine Musik hört […] – und dass er doch existiert. […] Für die Menschen als gesellschaftliche Wesen aber, für die Menschheit, ist der Verzicht auf Kunst unmöglich; ohne Bilder, […], Musik, […], Literatur, […] ohne das Theater hätte sich die Gesellschaft niemals entwickeln können. In den Künsten gaben die Menschen zu jeder Zeit ihren gesellschaftlichen Beziehungen Ausdruck.

Zu den Besonderheiten des Theaters gehört auch, dass es sich mehrerer anderer Kunstarten bedient, die sonst für sich bestehen, hier aber im Zusammenhang ein Erlebnis eigener Art ermöglichen. „Da ist Poesie, da ist Malerei, da Gesang und Musik, da ist Schauspielkunst, und was nicht noch alles!“, sagt Goethe zu Eckermann. „Wenn alle diese Künste […] an einem einzigen Abend, […] zusammenwirken, so gibt es ein Fest, das mit keinem andern zu vergleichen.“ (Johann Peter Eckermann, Gespräche mit Goethe, Insel-Verlag, Leipzig 1968, S.504).

Wir müssen unsere Menschlichkeit wiederentdecken!

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